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Im Handel werden Anti-Diebstahl-Lösungen zum Absatzmotor

Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt und kostet den Handel jedes Jahr Milliarden. Doch der Handel investiert in die Sicherung seiner Waren – nicht nur, um weniger zu verlieren, sondern auch, um mehr zu verkaufen.

--15.06.2018

Produktempfehlungen mittels Künstlicher Intelligenz, Roboter am Point-of-Sale, Chatbots in der Kundenberatung oder die Einkäufe mit dem Smartphone scannen und bezahlen – in Zeiten des Wandels setzt der Einzelhandel zunehmend auf Technologie. Er will die Möglichkeiten der Digitalisierung für sich nutzbar machen, ohne die Vorteile des stationären Handels aufzugeben. Doch nicht nur die Online-Konkurrenz macht dem Einzelhandel zu schaffen. Jedes Jahr verliert der Einzelhandel über drei Milliarden Euro durch Ladendiebstahl[1]. Auf dem EHI Sicherheitskongress in Köln (19. bis 20. Juni 2018) wird die jüngste Studie zur Entwicklung der Inventurdifferenzen im deutschen Einzelhandel vorgestellt.

„Ladendiebstahl schadet die Warenverfügbarkeit und hindert damit den Handel daran, seinen Kunden ein perfektes Einkaufserlebnis zu bieten“, erklärt Miguel Garcia Manso, Warensicherungsexperte von Checkpoint Systems. Wer als Einzelhändler auf Omnichannel, Click & Collect oder intelligente Displays am POS setzt, für den ist eine hohe Warenverfügbarkeit und durchgängige Bestandsübersicht jedoch unerlässlich. Finden Kunden einen gewünschten Artikel nicht vor, brechen sie den Kauf ab (11 Prozent), verschieben ihn (22 Prozent) oder wechseln das Geschäft (37 Prozent)[2].

Sicherung auf der Fläche

Tatenlos sieht der Handel dem Klau nicht zu[3]. Was in vielen europäischen Ländern bereits Usus ist, zieht auch hierzulande ein: Immer mehr Läden werden mit Systemen zur elektronischen Artikelsicherung (EAS) ausgestattet. Wer dann versucht, gesicherte Produkte an der Kasse vorbei aus dem Geschäft zu schleusen, löst einen Alarm aus. Bestimmte Systeme können sogar folienbeschichtete Taschen oder Magnete erkennen, die häufig von professionellen Banden zu Manipulationszwecken eingesetzt werden. Bei gewerbsmäßig organisierten Banden ist der Schaden laut EHI besonders groß.

Während Modegeschäfte oder Elektronikmärkte schon seit Jahren auf EAS setzen, sind die Anti-Diebstahl-Systeme immer häufiger auch an den Eingängen von Lebensmittelmärkten, Discountern oder Baumärkten zu sehen. Damit haben die Händler die Basis für mehr Prävention geschaffen, denn auf die Hardware-Ausstattung der Märkte folgt nun die sogenannte Quellensicherung.

Große Einzelhändler führen Quellensicherung ein

Bei dieser werden die Produkte bereits bei ihrer Herstellung oder dem Verpackungsprozess mit einem Anti-Diebstahl-Schutz versehen. Ob papierdünne, radiofrequente (RF) Klebeetiketten, die in Preisschildern eingearbeitet werden, oder Spezialsicherungen für z. B. Spirituosen – die Warensicherung ab Herstellung sorgt dafür, dass das Verkaufspersonal in den Geschäften nicht per Hand sichern muss. Die Waren werden bereits regalfertig angeliefert und können dann offen präsentiert werden. „Verschlossene Vitrinen waren gestern. Heute verlangt der Kunde ein unmittelbares Produkterlebnis. In einem Fall stieg der Absatz um durchschnittlich 11 Prozent, als die Produkte offen präsentiert wurden“, sagt Miguel Garcia Manso.

Über 3.500 verschiedene Produkttypen werden weltweit von Checkpoint Systems bereits an der Quelle gesichert. In Europa verkaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr insgesamt rund 720 Millionen RF-Etiketten allein für die Quellensicherung. Die Idee der Quellensicherung ist bereits über 25 Jahre alt und vor allem im Bekleidungs- und Schuhhandel weit verbreitet. In anderen Branchen wie dem Lebensmittelhandel steckte die Quellensicherung lange Zeit in den Kinderschuhen. Das wird jetzt anders: „Aktuell beobachten wir auch im Lebensmittelhandel eine größere Dynamik“, erklärt Garcia Manso.

Prozessoptimierung, Verlustminimierung und Absatzsteigerung – die Vorteile der Sicherungsmethode liegen auf der Hand. Doch Hersteller und Händler wurden sich lange Zeit nicht einig, wer die Kosten der integrierten Warensicherung tragen soll. „Mit der Entscheidung einiger großer Handelskonzerne, in die Quellensicherung einzusteigen, ist nun Fahrt in die Sache gekommen“, so Garcia Manso. „Sie greifen dabei auch auf die positive Erfahrung anderer Länder zurück, in denen die Quellensicherung schon stärker verbreitet ist.“

Chancen der Digitalisierung nutzen

Dass der Handel immer häufiger auf moderne Warensicherungslösungen setzt, liegt auch daran, dass die Systeme ein Teil seiner Digitalstrategie werden. Längst geht es nicht mehr alleine um Abschreckung und Schadensvermeidung – das Internet der Dinge (IoT) ist im Kommen. Als Teil dessen sind die digitalen EAS-Systeme über Sensoren in der Lage, Ereignisdaten zu sammeln und so Zusatzinformationen etwa über Kundenströme im Geschäft zu liefern. Wer seine Artikel mit intelligenten RFID-Etiketten ausstattet, kann seine Waren nicht vor Ladendieben schützen, sondern sogar auf der Verkaufsfläche verfolgen und lokalisieren. Das schafft neue Möglichkeiten, den Kunden passgenaue Angebote über digitale Displays zu unterbreiten oder auch das Servicepersonal genau dort einzusetzen, wo gerade eine Fachberatung gefragt ist.

„Wir sehen dabei eine steigende Investitionsbereitschaft der Händler in Technik. Denn dank innovativer Technologie kann das stationäre Geschäft nun vollständig in der Omnichannel-Strategie der Händler aufgehen. Diese können so die Chancen der Digitalisierung für sich nutzen, um Verbraucherwünsche zu erfüllen und auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein“, so Garcia Manso.

 

[1] EHI-Studie: Inventurdifferenzen 2017. Daten, Fakten, Hintergründe aus der empirischen Forschung. EHI Retail Institute, Köln 2017. 

[2] Roland Helm, Thomas Hegenbart, Wolfgang Stölzle, Florian Hofer: Die schwierigen letzten 50 Meter. In: Absatzwirtschaft. 2 (2007)

[3] Rund 0,3 Prozent des Umsatzes investierte der Einzelhandel 2016 in Sicherheitslösungen, so das EHI Retail Institute 2017.

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